Es ist Faschingszeit! Zeit für Spaß, für Ausgelassenheit, Zeit der Bälle, Faschingsfeiern und Faschingsumzüge!

Es ist Zeit für Spaß! Gut so! Viele schlüpfen in andere Rollen und trauen sich (mitunter unter dem Schutz der Maske) auch anders zu sein als gewohnt, und den eigenen Grenzraum so zu zu erweitern.

Allen, die diese Zeit mit viel Spaß genießen können, sei dies gegönnt! Es braucht diesen Kontrast in einer oft von der Schwere des Lebens geprägten Zeit. Und wenn es gelingt, aus dieser Zeit des Spaßes Lebensfreude, Lebensmut und Lebensimpulse mitzunehmen, dann umso besser!

Trotzdem ist diese Zeit des Spaßes nicht allen gegönnt. Vielen ist der Spaß vielleicht schon länger vergangen, weil Sorgen, Nöte, Schicksalsschläge, Krankheit, Leid, Vereinsamung und Trauer und auch Belastungen aller Art belasten.

Gott sei Dank gibt es ein Geschenk, das allen offen steht, jenen, die Spaß haben können und jenen, denen der Spaß vergangen ist, nämlich das Geschenk der FREUDE.

Spaß und Freude haben beide ihre Bedeutung in unserem Leben, obwohl sie sich deutlich voneinander unterscheiden. Letzteres kommt auch in der Sprache zum Ausdruck: wir sagen „Spaß haben“ und „in der Freude sein“.

Ich wurde in all den Jahren oft gefragt, ob mir die Begleitung von sterbenden oder trauernden Menschen immer noch Spaß macht. Meine Antwort: Spaß macht es mir nicht, aber es bereitet mit viel Freude.

Wenn Schweres auf uns lastet, hört sich in der Regel der Spaß auf, aber die Freude geht deswegen nicht, wenn wir für sie offen sind und bleiben.

Leiderfahrung und Freude schließen sich nicht aus. Vor allem dann nicht, wenn wir eingeübt haben, der Freude Raum in unserem Sein zu geben!

Das erlebe ich in meinen Begleitungen von Menschen im Leid, in der Krankheit, in der Trauer und auch im Sterben immer wieder neu. Die Freude als inneres Geschenk bleibt, weckt Heilungskräfte, stärkt den Mut und schenkt Zuversicht!

Es ist gut, Spaß zu haben, wenn die Möglichkeit gegeben ist. Aber es ist ebenso wichtig, unser ganzes Sein zu öffnen, damit die Freude in uns einkehren und bleiben kann, in guten und in schweren Tagen.

 

SPASS – FREUDE

 

Spaß haben macht Freude,
Freude empfinden kann Spaß machen.

In der Freude kann ich immer sein,
Spaß haben ist Luxus.

Die Freude hält ihr Wort,
der Spaß spielt mit den Wörtern.

Es gibt Zeiten für Spaß und Zeiten für Freude.
Und es gibt Zeiten für Spaß und Freude.
Wenn der Spaß aufhört, muss nicht auch die Freude gehen.
In einer Spaßgesellschaft hört der Spaß auf,
wenn Trennung, Leid und Schmerz sich einstellen.
In den Herzen ganzheitlich lebender Menschen
bleibt die Freude auch dann treue Begleiterin.

 

(aus: Stephanie und Franz Schmatz, Worauf warten wir? Leben ist jetzt!, EFFATA Verlag, S. 155.)